Woher kommt die Himmelsscheibe?

   

Die Himmelsscheibe von Nebra ist der bedeutendste archäologische Fund der letzten Jahrzehnte. Sie ist die älteste Darstellung des Himmels auf der Welt, mit einigen erstaunlichen astronomischen Eigenschaften. Doch woher stammt das Wissen, ein solches Werk mit seiner Präzision und Kunstfertigkeit zu schaffen? Die Schulwissenschaft traut dem mitteleuropäischen Menschen der Bronzezeit eine solche Leistung nicht zu. Man versucht, die Befunde in das bestehende Narrativ einzuarbeiten, so soll das Wissen aus Mesopotamien von einem Fürsten nach Nebra gebracht worden sein. Ex oriente lux, wie man seit dem 19. Jhdt. lehrt, aus dem Osten kommt das Licht und damit die Zivilisation. Doch weisen hiesige Fundorte, wie das mindestens 7000 Jahre alte Sonnenobservatorium von Goseck auf eine viel ältere, lokale Tradition von Himmelsbeobachtern hin. Nebra, Goseck und andere Funde, die in den letzten Jahren gemacht wurden, haben das Potential, unsere veralteten Vorstellungen einer enorm wichtigen Epoche zu korrigieren. Die frühe Bronzezeit ist ein game-changer. Doch noch bevor die neuen Funde und Erkenntnisse ins Bewusstsein der weltweiten Community der Archäologen und Forscher gelangen, wird ihnen die Relevanz genommen, indem man sie in ein überholtes Welt-und Menschenbild presst. Der Kampf der Narrative beginnt.

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